Themendossier
Barrierefreie Bildungsmedien
Bildungsmedien sollen für alle Menschen zugänglich sein. Weil Schüler/-innen unterschiedliche körperliche und geistige Voraussetzungen und Fähigkeiten haben und Bildungsmedien komplexe didaktische Werkzeuge sind, entwickeln die Bildungsmedienverlage dafür vielfältige Lösungen und Angebote.
Themendossier
Barrierefreie Bildungsmedien
Bildungsmedien sollen für alle Menschen zugänglich sein. Weil Schüler/-innen unterschiedliche körperliche und geistige Voraussetzungen und Fähigkeiten haben und Bildungsmedien komplexe didaktische Werkzeuge sind, entwickeln die Bildungsmedienverlage dafür vielfältige Lösungen und Angebote.
Was ist Barrierefreiheit?
Wenn Produkte und Dienstleistungen für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind, nennt man sie barrierefrei.
Barrierefreiheit ist wichtig, um die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung zu fördern.
Das gilt auch für den Unterricht und Lehrende und Lernende: 2024 hatten beispielsweise 1,45 Prozent der Schüler/-innen in Deutschland sonderpädagogischen Förderbedarf bei der geistigen Entwicklung, 0,5 Prozent bei der körperlichen und motorischen Entwicklung, 0,26 Prozent beim Hören und 0,12 Prozent beim Sehen.
Bildungsmedien für Menschen mit Beeinträchtigung
Die deutschen Bildungsmedienverlage wollen mit ihren Produkten die Inklusion in der Schule unterstützen. Sie bemühen sich deshalb, für jeden Förderbedarf und für jede Beeinträchtigung individuell gute Lösungen zu finden. Mit differenzierenden Aufgaben können Lehrkräfte zum Beispiel leichter auf Lerngruppen mit unterschiedlichen Leistungsniveaus eingehen. Die Verlage bieten auch Zusatz-/Fördermaterialien für Lernende mit erhöhtem Förderbedarf an, die die Lehrkräfte parallel zum Schulbuch einsetzen können.
Für Schülerinnen und Schüler mit einer körperlichen oder einer Mehrfachbeeinträchtigung gibt es digitale Versionen von Schulbüchern und Arbeitsheften. Spezielle Software ermöglicht dann zum Beispiel eine Sprachausgabe, das Erstellen von Texten mit Wortvorhersagen oder Textbausteinen oder das Zeichnen von technischen Objekten am PC mit Lineal, Winkelmesser, Geodreieck und Zirkel.
Bildungsmedien für Schüler/-innen mit einer Sehbehinderung werden von den Medienzentren für blinde und sehbehinderte Schülerinnen und Schüler zur Verfügung gestellt. Eine Zentralstelle im hessischen Friedberg erhält elektronische Daten von Bildungsmedien von den Verlagen und bearbeitet die Dateien, um sie für die Kinder und Jugendlichen wahrnehmbar und sinnvoll einsetzbar zu machen.
Grenzen der barrierefreien Gestaltung
Viele Bildungsmedien können nicht vollständig barrierefrei gestaltet werden. Das betrifft besonders Schulbücher oder Arbeitshefte. Denn anders als zum Beispiel Romane sind Bildungsmedien meist nicht für das Lesen in einer bestimmten Lesereihenfolge bestimmt.
Sie enthalten neben Text eine Vielzahl von Elementen wie Fotos, Schaubilder, Merkkästen, Tabellen, Formeln etc. und folgen einem didaktischen Konzept, für das es nicht immer gleichwertige alternative Darstellungsweisen gibt.
In Deutschland gilt seit 2025 das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Mehr Informationen dazu und zu digitalen Bildungsmedien als E-Books bietet der Verband Bildungsmedien e. V. auf seiner Website.